Der Konsum von regionalen Produkten inder Schweiz

Umso mehr die Globalisierung zum Thema wurde, umso mehr legten die Schweizer Wert auf heimische Produkte. Dazu kommt das Bedürfnis der Konsumenten, dass sie gerade bei Lebensmitteln immer mehr wissen möchten, woher die Produkte kommen und wie diese hergestellt werden.

Diesen Trend hat natürlich auch die größte Schweizer Einzelhandelskette Coop längst erkannt und Eigenmarken unter den Namen „Mini Region“ eingeführt, an denen die Schweizer erkennen können, woher aus der Schweiz die Lebensmittel stammen. Mit weiteren Labels wie „Feinste Produkte aus den Schweizer Pärken“, „Pro Montagna“, „Ünique“ und „Karma“ werden die Konsumenten ebenso auf nationale Produkte hingewiesen.

Genau das ist es, was bei den Schweizern gut ankommt. Denn mit „Swissness“ kann man punkten und Konsumenten auch dazu bewegen, höhere Preise für heimische Produkte zu zahlen. Mittlerweile haben diesen Trend auch die Deutschen Discount-Riesen Lidl und Aldi erkannt. Auch sie bieten in den Schweizer Regalen immer mehr heimische Produkte an und ziehen sich damit den Schuh der Regionalität an.

Waren lange Zeit Biolebensmittel das Zugpferd im Lebensmitteleinzelhandel, so sind regionale Schweizer Lebensmittel mittlerweile sogar gefragter als jene aus ökologischer Produktion. Das ergab auch eine Befragung eines bekannten Marktforschungsinstituts, das das Kaufverhalten von über 1000 Schweizern analysiert hat. Demnach gaben 50 Prozent an, dass ihr Warenkorb aktuell zu mindestens einem Viertel aus Schweizer Produkten besteht. Bioprodukte machten hingegen nur einen Anteil von rund einem Achtel aus. Außerdem zeigte die Studie, dass rund zwei Drittel der Schweizer bereit sind, für heimische Lebensmittel tiefer in die Tasche begreifen, wobei nur rund ein Drittel der Befragten bereit ist, für Bio Produkte mehr zu bezahlen.

Es ist nicht verwunderlich, dass gerade in Zeiten wo die Globalisierung die Menschen verwirrt und teilweise auch verängstigt heimische Produkte immer mehr gefragt sind. Dies hängt auch damit zusammen, dass man bei internationalen Lebensmitteln die Wertschöpfungskette nicht wirklich nachvollziehen kann, es aber bei heimischen Lebensmitteln leichter gelingt. Dadurch entsteht sogar ein kleiner Lokalpatriotismus. Bei der oben genannten Studie wurden die Schweizer auch gefragt, warum sie heimische Produkte kaufen. 70 Prozent gaben an, dass sie damit die lokale Wirtschaft und Landwirtschaft unterstützen möchten. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt durch kürzere Transportwege von heimischen Produkten ist für die Schweizer ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Manchen mag dieser Trend an die 80er-Jahre erinnern, als biologische Lebensmittel für Konsumenten interessant wurden. Damals wurde Umweltschutz immer mehr thematisiert und auch der Gesundheit kam ein höherer Stellenwert zu.

Schon seit mehreren Jahren handeln die Schweizer Lebensmittelhändler nach diesem Trend. Die erste Einzelhandelskette, die ein Programm für heimische Lebensmittel eingeführt hat, war die Migros mit Ihrem Label „Aus der Region. Für die Region.“, das im Kanton Luzern bereits im Jahr 1999 ihren Ursprung nahm und nach und nach auf die gesamte Schweiz ausgeweitet wurde. Mittlerweile umfasst das Sortiment über 8.000 Produkte und hat in der Schweiz einen Bekanntheitsgrad von beinahe 100 Prozent.

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